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Tattoos
Sie gehen unter die Haut, können einfarbig oder bunt sein und beweisen eindrucksvoll, dass man Tinte nicht nur zum Schreiben benutzen kann: Tattoos sind eine Form des Körperschmucks, dessen Wurzeln bis in die Steinzeit zurückreichen und der eng mit den Kulturen verschiedener Völker verbunden ist. Die Malereien wurden nicht nur zur Verschönerung oder zu speziellen Riten benutzt, sondern auch als Tarnfarbe und zur Kennzeichnung einer bestimmten Stammeszugehörigkeit. Der wohl berühmteste Tattoo-Träger ist die über 5000 Jahre alte Gletscher-Mumie „Ötzi“, die mit über 50 Motiven verziert war.
Das Wort „Tattoo“ leitet sich von dem tahitianischen Wort „tatau“ ab und bedeutet so viel wie Zeichen oder Malerei. Anfangs wurden in die Haut Zeichen eingeritzt und dann mit Asche berieben oder es wurden, wie bei den Völkern Polynesiens, Tatöwierkämme benutzt. Die erste Tätowiermaschine wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Maschinen mit Elektromotor gab es erst ab 1970.
Trotz ihrer geschichtlichen Vergangenheit und ihrem kulturellen Hintergrund wurden Tattoos lange Zeit mit negativen Aspekten in Verbindung gebracht. Für die Verbreitung in der westlichen Welt waren im 18. Jahrhundert vor allem die Seefahrer verantwortlich. Auf ihren Reisen entdeckten sie die Kunst des Tätowierens und brachten sie in ihre Heimat mit, weshalb der Körperschmuck lange Zeit das Stigma des Matrosen hatte. Auch Sträflinge fanden an Tattoos schnell Gefallen und brachten die Bemalung als „Knasttattoo“ in Verruf. Das änderte sich erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts, als Tattoos in den späten 1980er Jahren zu einem Modetrend wurden und vor allem in der Musikbranche Anhänger fanden.
Heute trägt fast jeder Jugendliche ein Tattoo. Waren vor einigen Jahren noch Tribals und Steißtätowierungen angesagt, so werden heute möglichst ausgefallene Körperstellen tätowiert, auf Wunsch auch mit UV Tinte. Anhänger des unter die Haut gehenden Körperschmucks schrecken auch nicht vor Augapfeltattoos oder Zungentätowierungen zurück und präsentieren sich als Gesamtkunstwerk gern auf Messen und Conventions. Auch wenn Tattoos schön aussehen: Es darf nie vergessen werden, dass eine Tätowierung für immer bleibt. Motiv und Stelle sollten gut überlegt sein, denn in vielen Berufen sind Tätowierungen aufgrund ihres kriminellen Rufs immer noch nicht gern gesehen und die Entfernung einer “Jugendsünde” ist meist nicht nur schmerzhaft, sondern auch teuer.